Sister im Fokus: Leonie Kugler

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Unsere heutige Spielerin im Fokus ist Leonie Kugler, unsere #87. Nicht nur auf dem Feld als Cornerback, sondern auch beruflich muss sie stets einen kühlen Kopf bewahren.

In was für einem Bereich bist du tätig?

“Ich arbeite in einem Gemeindepsychiatrischen Zentrum als Sozialarbeiterin. Das ist ein ambulantes Angebot für chronisch psychisch kranke Menschen aus dem jeweiligen Stadtteil.”

Wie sieht deine Arbeit dabei aus?

“Mein Aufgabenfeld umfasst hauptsächlich ambulant betreutes Wohnen. Hier findet je nach Hilfebedarf einmal wöchentlich ein Kontakt von mindestens einer Stunde statt. Das Ziel dabei ist, die Menschen darin zu unterstützen, wieder aktiv an der Gesellschaft und im Alltag/ Leben teilhaben und somit ein selbstständiges Leben führen zu können.

Wie das genau aussieht, ist von Klient/in zu Klient/in unterschiedlich, da jede/r einen anderen Hilfebedarf hat. Mal müssen sozialrechtliche Angelegenheit geklärt werden, man begleitet die Menschen zu Arztterminen oder man geht gemeinsam einkaufen, erledigt Dinge im Wohnraum der Menschen, aber es werden manchmal auch einfach nur Gespräche geführt.”

Hat sich die Situation seit dem letzten Jahr hinsichtlich der Corona-Pandemie besonders verändert?

“Die Resonanzen fallen hier sehr unterschiedlich aus. In manchen Fällen kam es zu weiterer Isolation, da die eh schon wenig vorhandenen sozialen Kontakte auf Null runtergeschraubt wurden, was sich dann bspw. auch auf Aspekte wie Körperhygiene oder Lebensmittelversorgung auswirkt. In anderen Fällen kommt eine gewisse Erleichterung hervor, da sich bspw Menschen mit einer Sozialphobie oder Angststörung dahingehend verstanden fühlen, dass sich nun auch „gesunde“ Menschen in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen und an gewissen Unternehmungen gehindert werden.”

Was für ein Studiengang war für deine jetzige Arbeit notwendig?

“Ich habe Soziale Arbeit im dualen System studiert, sprich mein Studium war in Praxis- und Theoriephasen aufgeteilt. Die Praxisphasen habe ich zu Beginn in einer Rehabilitationseinrichtung für alkoholabhängige Menschen gemacht, habe dann aber in eine Suchtberatungsstelle vom gleichen Träger gewechselt.”

Das hört sich nach einem anspruchsvollen Beruf an. Gibt es besondere Hürden, die es zu bewältigen gibt?

“Was manchmal vielleicht etwas schwierig fällt, ist die Schicksalsgeschichten oder das Leid der Menschen nicht mit nach Hause zu nehmen. Hier ist ein guter Ausgleich zur Arbeit wichtig, beispielsweise durch den Austausch mit Kollegen oder auch das Footballtraining.”

Vielen Dank, Leonie!

Autor*innen: Stuttgart Scorpions Sisters

Fotos: Ralf Klengel, Privat