Gießen Golden Dragons sichern sich mit dem 48:41-Sieg im Spiel der zwei Halbzeiten den Gruppensieg der DBL2 Mitte

Die Gießen Golden Dragons nach dem Erringen der Meisterschaft in der DBL2 Gruppe Mitte

Mit „Deja vu“ könnte man das letzte Spiel der DBL2-Liagrunde 2022 für die Golden Dragons Ladies in zwei Worten zusammenfassen. Wieder war es gnadenlos heiß, wieder war das Spiel spannend bis zur letzten Sekunde und wieder haben die Dragons Ladies gewonnen.

Die erste Halbzeit stand ganz im Zeichen der Überlegenheit der Gießener FootballspielerInnen. Anne Lanz beendete die erste Angriffsserie der Gäste aus Leipzig schon nach wenigen Versuchen mit einer Interception. Der abgefangene Pass bedeutete eine gute Ausgangsposition für die darauf folgenden Angriffsversuche der Gießener. Die Offense vollendete dann ihrerseits mit einem Pass von Franziska Brückel auf Elisabeth Hahn, die den Ball in die gegnerische Endzone tragen konnte, zum 6:0 Touchdown. Auch die nächste Angriffsserie der Leipziger endete ebenfalls mit einem „Deja vu“. Erneut setzte die Defense die Leipziger derart unter Druck, dass Anne Lanz einen Pass abfangen und sogar bis zur gegnerischen 20-Yard-Linie tragen konnte. Auch hier erzielte die Offense im direkten Anschluss einen Touchdown zur 12:0-Führung. Diesmal war es Roberta Jendretzke, die einen Pass von Franziska Brückel fangen und in die Endzone tragen konnte. Die dritte Angriffsserie der Leipzig Hawks endete zwar nicht wieder mit einer Interception, doch es gelang der Gießener Defense Runningback und Quarterback der Hawks bei einem ihrer Option-Runs derart zu attackieren, dass das Zuspiel vom Quarterback zum Runningback zu ungenau war. Den gefumbleten Ball konnte Elena Thomas für die Golden Dragons Ladies erobern. Aus erneut guter Feldposition erzielten die Dragons Ladies den dritten Touchdown diesmal durch einen Lauf von Magdalena Krutzky, dem sie ebenfalls durch einen Lauf aus kurzer Distanz noch einen Doppelzusatzpunkt zum 20:0 für die Dragons Ladies hinzufügen konnte. Nachdem sich die Leipziger vom ersten Schock des frühen klaren Rückstands erholt hatten, erzielten sie einen Touchdown zum 20:6. Der Quarterback vollendete aus kurzer Distanz durch einen Quarterback Sneak. Doch die Dragons Ladies legten gleich wieder nach. Erneut konnte Elisabeth Hahn einen Pass von Franziska Brückel fangen und in die generische Endzone tragen. Der anschließende Doppelzusatzpunkt wurde auf die gleiche Weiße erzielt, so dass beim Stand von 28:6 erstmalig die Seiten gewechselt wurden.

Das zweite Quarter begann erneut mit einer starken Leistung der Dragons Ladies Defense. Als die Leipzig Hawks beim vierten Versuch noch einen First Down erzielen wollten, konnten sie die Leipziger stoppen und so mit diesem „Turnover on Downs“ der eigenen Offense erneut eine gute Ausgangsposition verschaffen. Roberta Jendretzke vollendete den Drive erneut mit einem gefangenen Pass von Franziska Brückel zum 34:6. Doch die Leipziger schlugen noch einmal mit einem Touchdown und Zusatzpunktkick zum 34:13 zurück. Die Antwort der Dragons Ladies ließ allerdings nicht auf sich warten. Anne Lanz gelang es den Kick-Off der Leipziger über 75 Yards und zwischen den gegnerischen Verteidigerinnen hindurch bis in die gegnerische Endzone zum 40:13 zu tragen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit gelang es der Defense wieder, die Angriffe der Gäste zu stoppen. Die Offense erzielte noch einen Touchdown durch einen Pass von Franziska Brückel auf Roberta Jendretzke und einen Doppelzusatzpunkt durch die gleiche Kombination. So ging es beim Stand von 48:13 in die Halbzeitpause.

Wer erwartet hatte, dass sich die Leipzig Hawks angesichts des großen Rückstands aufgeben würden, musste sich eines anderen belehren lassen. Zunächst gelang der Defense noch ein weiterer „Turnover on Downs“. Doch die Offense konnte daraus kein Kapital schlagen. Die Leipziger konnten einen Pass abfangen und so aus aussichtsreicher Feldposition einen Touchdown zum 48:19 erzielen. In der Folgezeit schlichen sich bei den Dragons Ladies weitere Fehler ein. Man merkte einigen SpielerInnen jetzt doch an, dass sie vom schweren Spiel in Mainz angeschlagen ins Spiel gegangen waren. Die Offense konnte nur wenig Raumgewinne erzielen und die Defense hatte Mühe, die Angriffsserien aus kurzer Distanz rechtzeitig zu stoppen. So erzielten die Leipzig Hawks im dritten Quarter noch einen Touchdown plus Zusatzpunktkick zum 48:26. Im vierten Quarter konnten sich die Dragons Ladies noch einmal etwas fangen, mussten aber noch zwei teilweise durch umstrittene Schiedsrichterentscheidungen begünstige Touchdowns plus Zusatzpunktkick bzw. Doppelzusatzpunkt zum 48:41 hinnehmen. Dramatischer Höhepunkt dieser Phase war eine erneute Interception von Anne Lanz, die nach dem Passabfang auch noch einen gegnerischen Tackleversuch brechen konnte, dann aber auf dem Weg in Richtung gegnerische Endzone von einem versehentlichen Abpfeifen eines Schiedsrichters gestoppt wurde. Doch die Dramaturgie des Spiels wurde kurz vor Schluss noch einmal ins Unerträgliche gesteigert. Erneut war die Leipziger Offense auf dem Vormarsch. Die Leipziger hätten mit einem Touchdown plus Doppelzusatzpunkt das Spiel noch gewinnen können. Doch die Dragons Ladies Defense hielt in der Mitte der eigenen Hälfte Stand. Vivian Häusler konnte einen freigeschlagenen Ball für die Dragons Ladies erobern. Da nur noch weniger als eine Minute Restspielzeit war und die Leipziger ihre Timeouts verbraucht hatten, konnten die Dragons Ladies die restliche Spielzeit mit einer „Victory-Formation“ ablaufen lassen.

Mit diesem Sieg sind die Gießen Golden Dragons Ladies ungeschlagener Meister der DBL2 Gruppe Mitte. Leider finden auf Grund der Anfang des Jahres unklaren Corona-Situation keine Playoffs statt. Die Gießen Golden Dragons Ladies hoffen aber darauf, noch ein Freundschaftsspiel gegen ein Meisterteam aus einer anderen Gruppe der DBL2 zu bestreiten. Ob das möglich wird, hängt allerdings noch von vielen Faktoren ab.

Offense Coordinator Norman Meyer zum Spielverlauf: „Man könnte sagen, dass wir es am Ende unnötig spannend gemacht haben. Aber wir haben uns natürlich gut auf den Gegner vorbereitet und wussten zur Halbzeit, dass wir den hohen Punktevorsprung  brauchen werden. Wir haben fest damit gerechnet dass Leipzig auch bei kleinem Kader einen starken Teamspirit hat und uns bis zum Abpfiff einen harten Kampf liefern wird. Aber mit gleichem Kampfgeist und gutem Zeitmanagement konnten wir die Führung zum verdienten Sieg halten.“

Das Fazit von Headcoach Rolf Thielmann bezieht sich daher nicht nur auf das letzte Spiel, sondern die gesamte Saison.

„Wir haben heute eine Halbzeit lang gezeigt, was wir zu leisten im Stande sind. Aber ich muss auch ein Kompliment an die Leipzig Hawks aussprechen, die bis zuletzt gekämpft haben. Die aufkommenden Fehler und Schwächen in unseren Reihen haben die Leipzig Hawks konsequent ausgenutzt und uns noch einmal in Bedrängnis gebracht. Doch im entscheidenden Moment hat das Drachenherz noch einmal seine Magie bewiesen und den SpielerInnen die Kraft gegeben, das Spiel für sich zu entscheiden. Genau wie die vier dramatischen Spiele ist eigentlich die gesamte Saison verlaufen. Nachdem fast das Trainingscamp wegen der Ukraineflüchtlinge in der gebuchten Jugendherberge ausgefallen wäre, konnten wir in Willingen noch die notwendigen Voraussetzungen finden. Der nächste Rückschlag waren die Verletzungen einiger wichtiger SpielerInnen im Scrimmage mit den Saarland Hurricanes. Durch die Verstärkung mit einigen SpielerInnen der Erfurt Indigos konnten wir dann doch das Team formen, dass jetzt eine Perfect Season geschafft hat. Dieses Team ist eine Einheit mit großem Herz. Darauf kann das gesamte Team von den SpielerInnen, über die Sidelinecrew und die Videocrew bis zu den Coaches mit Recht sehr stolz sein. Schließlich war es erst die zweite reguläre Saison des Teams und für ca. die Hälfte der SpielerInnen die erste Saison.

Im Herbst würden wir gerne noch ein Freundschaftsspiel mit einem anderen Gruppensiegerteam absolvieren. Dabei würden wir natürlich gerne gegen ein Team antreten, gegen das wir noch nie gespielt haben. Wir müssen die Möglichkeiten abwägen und entscheiden, was Sinn macht.“

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